In jeder Gemeinde gibt es freudige wie traurige Anlässe, wir feiern in unsere Kirche sehr gern Konfirmation, Hochzeiten und Taufen. Zum Leben gehören aber auch Zeiten der Trauer. So wollen wir hier an unseren langjährigen und nun verstorbenen Pastor Klaus Hanke gedenken.

Am 21. Februar 2017 verstarb Klaus Hanke nach kurzer schwerer Krankheit. Das Weihnachtsfest 2016 konnte er nach seiner Diagnose noch im Kreise seiner Familie verbringen, wo er auch gepflegt wurde und verstarb. In seiner Krankheit regelte er seine Letzten Dinge und legte mit seinemn Sohn Christop, dem heutigen Gemeindepfarrer in Straupitz, den Ablauf seiner Beisetzung fest. 

Klaus Hanke wurde am 7. März 1940 in Bunzelwitz in Schlesien geboren. 1946 vertrieben, verlebte er  seine Jugend in Worin im Oderbruch.  Sein Abitur legte er in Potsdam-Hermannswerder ab. Es folgte das Theologiestudium in Berlin und Naumburg, dann das Vikariat in Chorin. Am Reformationstag 1969 wurde er in sein Amt als Straupitzer Pfarrer eingeführt. Mit dem Reformationstag 2003 trat er in den Ruhestand. 

Die Straupitzer Gemeinde hatte in Klaus Hanke einen sehr geradlinigen Pastor gefunden, der die Gemeinde in den schwierigen gesellschaftlichen Zeiten der DDR unbeirrt begleitete und führte. Des Öfteren geriet er mit seiner Unbeugsamkeit an engstirnige Zeitgenossen; ließ sich aber von Gottes Rat leiten, stellte sich an die Seite seiner Gemeinde und scheute auch Unannahmlichkeiten nicht, die daraus entstanden. Mag es gegensätzlich klingen: Pastor Klaus Hanke hatte die Fähigkeit, Wege zur Versöhnung und zum Miteinander zu finden. Er war stets auch in seinem geliebten Schlesien unterwegs, unvergessen sind die Rüstzeiten mit Jugendlichen und Erwachsenen, denen er die Schönheit der Landschaft und die Reichhaltigkeit der Geschichte zeigte. Stets achtete er darauf, dass sich auch Kontakte zu den Menschen ergaben und man miteinander in den Austausch trat. Ideologische und sprachliche Grenzen interessierten ihn dabei nicht sonderlich - dann musste eben die Sprache in Grundzügen erlernt oder ein Mittel der Verständigung gesucht und gefunden werden. 

Die Trauerfeier für Pfarrer Klaus Hanke fand – drei Tage vor seinem 77. Geburtstag - am 4. März 2017 in der Straupitzer Dorfkirche unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt. Liturg und Prediger war der frühere Cottbuser Generalsuperintendent Rolf Wischnath. Seiner Predigt lagen, von  Pfarrer Hanke selber ausgesucht, zwei Bibelworte zugrunde: „Lobe den Herrn, meine Seele, und  vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ Und: „Jesus Christus spricht: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Die Kirche war von kräftigem Gesang erfüllt, die Lieder  - ebenfalls von Pastor Hanke ausgewählt -  hier aufgeführt: Das weihnachtliche "Kommt und laßt uns Christum ehren", das ebenfalls weihnachtliche "Ich steh an deiner Krippen hier", pfingstlich "O Heiliger Geist, o heiliger Gott", Johann Sebastian Bachs "Jesus bleibet meine Freude", österlich "Christ ist erstanden" und die Gewißheit des "Herr, wir stehen Hand in Hand".

Der katholische Diakon, mit dem Pfarrer Hanke lange vertrauensvoll zusammengearbeitet hatte, nahm die Aussegnung vor. Die Trauergäste konnten der Familie vor der Kirche kondolieren, bervor der Sarg durch ein langes Spalier der Trauergäste nach Friedersdorf im Oderbruch gebracht wurde, wo der Beisetzung eine Trauerfeier für die Familie und die dortige Gemeinde voraus ging. Auch hier waren die Lieder wieder vorwiegend österlich gewählt: "Christ ist erstanden", "Auf, auf, mein Herz, mit Freuden", "Jesus lebt, mit ihm auch ich", "Großer Gott, wir loben dich". Auf dem Weg und am Grab wurden gesungen "Jesu, geh voran", "Wenn ich einmal soll scheiden" und "Nun danket alle Gott". Es war ein beeindruckender Abschied von einem großherzigen und weisen Mann, der durch sein Leben viele Menschen beeindruckt und auch geführt hat. 

An dieser Stelle noch einmal Pfarrer Ollesch von der Partnergemeinde Hüls: Menschen, die ihm begegnet sind, erinnern sich dankbar an seine Klarheit und Gradlinigkeit, an seine fürsorgliche und herzliche Art und nicht zuletzt an seinen Humor. Er hinterlässt neben seiner Frau vier erwachsene Kinder. Sein Sohn Christoph ist seit 2004 als Nachfolger seines Vaters Pfarrer der Kirchengemeinde Straupitz.

(Für die Bilder danken wir Hannelore Kasprick.)

 

Die Gemeinde sammelt sich zum Trauergottesdienst.  Die Gemeinde nimmt Abschied
Der aufgebahrte Sarg
Spalier zum Auszug                            Spalier an der Kirchstraße
Spalier