Nachdem wir nun das imposante Äüßere mit seinen klaren Linien und beherrschenden Rundbögen ausreichend bewundert haben, betreten wir den Innenraum durch das Hauptportal. Die Tore sind der Proportion folgend deutlich höher als zum Durchgang erforderlich. 

Die meisten Besucher schweigen ehrfürchtig, wenn sie den Raum betreten: Die große, hohe und schlichte Halle in ihrer Helligkeit weckt diese Ehrfurcht. Der Mittelgang führt durch helles Gestühl zum halbrunden erhöhten Altarraum. Der Altar ist ein schlichter Tisch, dem gußeisernen Kreuz stehen zwei barocke Leuchter zur Seite, Blumen sind der ebenfalls schlichte Schmuck.  

Auf einer beeindruckenden dorischen Säule findet die Kanzel ihren Platz, die Akustik im Raum ist hervorragend berechnet, so dass auch bei gut gefülltem Kirchenraum keine technische Verstärkung der Stimme erforderlich ist. Das Gegenstück zur Kanzel ist der Taufstein, in heller Terracotta ausgeführt. Dieser Taufstein wurde 1877 vom damaligen Standesherrn gespendet, das originale Taufbecken - durch seine Form eindeutig der übrigen Kirchengestalt zuzuordnen -  wurde inzwischen daneben aufgestellt. Die beiden ursprünglichen gußeisernen Öfen an den Seiten haben die jahrzehntelange Nutzung nicht überstanden und wurden in den 60-er Jahren entfernt.

Der Raum ist in hellen, lichten Grün- und Weißtönen gehalten. Die Decke in tiefem "pompeianischem" Rot nimmt dem Raum etwas von seiner Höhe. Ein wneig Farbe bringen die fünf Gemälde im Altarraum ein. Die von Schinkel vorgesehene Gesatltung des Altarraumes mit einem Fries konnte aus finanziellen Gründen nicht ausgeführt werden, so dass die Gemälde beim Dresdner Maler Johann Friedrich Matthäi in Auftrag gegeben wurden. Von der Kanzel zur Taufe: Johannes, der Täufer, Petrus in der Nacht des Verrats, der segnende Jesus, der Evangelist Johannes und Paulus. Die Gemälde Jesus' und Johannes weichen stilistisch deutlich ab, sie werden Johann Karl Baehr zugeschrieben. 

Die Kuppel des Altarraums ist mit illusionistscher Malerei versehen, die die klare Gliederung des Kirchenraumes aufnimmt. Dieser wird in seinen Längsseiten von jeweils drei Emporen beherrscht, die für das Erreichen der gewünschten Anzahl von Plätzen für die Gemeinde erforderlich sind. Dabei sind sie so geschickt treppenartig angeordnet, dass möglichst viel Licht ungehindert in den Raum fällt. Um den Pfarrer zu zitieren: Wenn er vom "Licht Gottes" zu predigen hat, muss er lediglich auf diese Kirche verweisen. 

Unüblich für eine evangelische Kirche ist die hölzerne Pieta unterhalb der Kanzel. Diese gotische Darstellung der um ihren toten Sohn trauernden Maria entstand vermutlich um 1420/30 im süddeutschen Raum und gehörte ursprünglich zur Kirche in Mochow. Da das Motiv nicht nur katholische Christen sondern wohl auch alle Menschen berührt, shen wir seine Berechtigung auch in unserer Kirche. 

An der Kanzelseite können Sie mehrere Grabmäler der Familie der Standesherrschaft entdecken. Diese Familienmitglieder waren in der Vorgängerkirche beigesetzt, die Gräber befinden sich im jetzigen Gebäude in den unzugänglichen Grüften zwischen Taufstein und dem Kirchengestühl.

Ein paar Worte zur Orgel: Den Prospekt können Sie vom Kirchenraum aus bewundern, den Klang zum Gottesdienst oder zu einem Konzert (Konzertkalender). Geschaffen wurde die Orgel 1832 vom Gubener Orgelbauer Morgenstern, prägend war jedoch die Überarbeitung durch den Züllichauer Orgelbauer Ludwig Hartig im Jahre 1853. Mit der ersten Sanierung des Raumes 1968 wurde auch die Orgel von der Firma Sauer, Frankfurt/Oder, instand gesetzt. 1990 entschloss sich die Gemeinde zur Rekonstruktion der Orgel auf die hartigsche Disposition durch die Orgelbaufirma Scheffler in Sieversdorf. 

Das Geläut besteht aus drei Bronzeglocken. Die älteste stammt aus dem Jahre 1685 und überstand alle bisherigen Kriege, ohne für Waffen eingeschmolzen zu werden. Die beiden anderen Glocken wurden 2006 in der Gießerei Lauchhammer neu gegossen. 

Kommen Sie am besten selbst, um sich die Kirche anzuschauen, die Bilder können nur einen ersten Eindruck vermitteln.